Unser Park ist schön

Gudrun Lenk-Wane
Die zuständige Person von der MA 42 sagt, solche Bepflanzungen werden nicht mehr gemacht. Zuviel Pflegeaufwand. Wenn einmal ein Kind einen Ast abbricht vom Hollunder, dann gibt es Zeter und Mordio. Wenn das Gartenamt kommt – alle zwei Jahre zum Kahlschlag – wird der Hollunder in 80cm Höhe abgesägt. Da beschwert sich aber niemand.
Unser Park ist schön.
Jahrein, jahraus spielen Buben – in diesem Jahr waren es auch einige Mädchen – Fußball im Käfig. Die bleiben von der Größe gleich, die Kinder sind andere.
Es sind unterschiedliche Gruppen, die zu unterschiedlichen Zeiten im Park anzutreffen sind. Aber sobald es warm wird, kommen alle in den Park. Dann ist immer etwas los und das bleibt so bis zu den Sommerferien.
Die Jugendlichen sammeln sich bei einer Bank. Die, die vor 5 Jahren dabei waren beim ersten „Parkprojekt“, rauchen jetzt und gehen Hand in Hand mit Mädchen. Schwärmen, wie toll das damals war. Damals haben sie uns Geschichten erzählt von schwierigen oder gefährlichen Situationen und wie sie sie gelöst haben.
Woher sie kommen, erfahren wir nur manchmal – wenn die Kinder Lust haben zu erzählen, oder wenn sie die Fragebögen der Wr. Gesundheitsförderung ausfüllen, in denen nach der Muttersprache gefragt wird.
Unser Park ist schön.
Seit einer ParkbenützerInnenbefragung durch die Jugendzone wurden die Spielgeräte noch langweiliger – dafür gibt es zwei Tische mit Bänken mehr. Dort sitzen nun FreundInnenkreise. Wenn die einen aufstehen, kommen die anderen.
Früher gab es zwei Schaukeln mit Ketten und Sitzbrett. Es gab eine senkrechte Kletterwand mit zwei Seilen zum Sich-hinaufziehen, eine metallene Stange zum Hochklettern und einen Teil mit einer Metallstange links und rechts, wie ein Reck. Der Kinderspielplatz war auf langer Strecke von runden Holzpfählen eingezäunt, da konnte man drauf balancieren. Jetzt gibt es nur mehr diese eine Korbschaukel, der ganze Kletterturm ist niedriger geworden und hat weniger unterschiedliche Möglichkeiten. Neu ist dieses schwarze Springband.
Menschen kommen und gehen. Die, die man ein, zwei Jahre lang oft gesehen hat, sind dann nicht mehr da. Wo sind sie?
Unser Park ist schön.